Nachname
Riepl
Vorname
Maria
Mädchenname
Geschlecht
Weiblich
Alter
59
Geburtsdatum
1881
Geburtsort
Griffen
, Österreich
Todesdatum
25.08.1940
Todesort
Tötungsanstalt Schloss Hartheim
, Österreich
Gruppe
Euthanasie
Freitext
Riepl Maria, geboren 1881, lebte für längere Zeit oder bereits von Geburt an in der Kärntner Gemeinde Griffen (Grebinj). Sie wird in einem Dokument als "Auszüglerin" bezeichnet, d. h. als Mitglied einer bäuerlichen Familie, die im Ausgedinge resp. Altenteil des bäuerlichen Anwesens lebte. Im Dezember 1937 wurde sie in die "Irrenanstalt" des Landeskrankenhauses in Klagenfurt eingeliefert, wo sie bereits mehrmals interniert und wieder entlassen wurde. Diagnostiziert wurde eine "Dem. Paranoides", d.h. eine Demenz mit Zeichen von Verfolgungswahn. Nach mehrjähriger psychiatrischer Internierung wurde sie am 25. August 1940 in einem Transport mit mindestens 249 weiteren Frauen in die Psychiatrie Niedernhart nach Linz überstellt, die als Zwischenlager für sogenanntes "lebensunwertes Leben" fungierte. Anschließend brachte man sie in die T4-Vernichtungsanstalt Schloss Hartheim, wo sie unter Qualen in einem Vergasungsraum durch Zufuhr von Kohlenmonoxid ermordet wurde. Frau Riepl wurde 59 Jahre alt. - (Quelle: AT-KLA 655-A-380, Abt. Psychiatrie, Krankenstandesprotokoll Frauen, Nr. 11.462. - AT-KLA 72 Klagenfurt, Landesgericht, Strafakten, Sch175, Nr. 3551 Vr 907/1945. - Lit: H. Oberlerchner, H. Stromberger [Hg.]: Sterilisiert, vergiftet und erstickt - Das Wüten der NS-Euthanasie in Kärnten. Drava Verlag. Klagenfurt / Celovec 2017.)